<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Einfach Demokratie</title>
	<atom:link href="http://www.einfach-demokratie.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.einfach-demokratie.de</link>
	<description>Die Summe der Demokratie und ihr Produkt</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 09:34:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Die Entstehung des Metamenschen II</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/31/die-entstehung-des-metamenschen-ii/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/31/die-entstehung-des-metamenschen-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 10:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weisheit der Vielen]]></category>
		<category><![CDATA[emergenz]]></category>
		<category><![CDATA[technikphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[weisheit-der-vielen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1508</guid>
		<description><![CDATA[OK, denkst Du jetzt, vielleicht haben wir es wirklich mit massiven Ver&#228;nderungen auf der Welt zu tun. Aber der Metamensch ist doch ein technologisches Konstrukt, kein Biologisches. All die Maschinen, Stra&#223;en und Geb&#228;ude sind schlie&#223;lich keine organischen Elemente. So scheint es sich bei dieser Transformation um einen v&#246;llig anderen Vorgang zu handeln, als bei den vorangegangenen Evolutionsspr&#252;ngen. Schau genauer hin. Biologie und Technologie sind sich &#228;hnlicher, als man denkt. Viele Lebensformen haben ebenfalls anorganische Bestandteile, etwa die Panzerung einer Schildkr&#246;te oder Muschel. Aber auch Z&#228;hne, Haare, Fingern&#228;gel und Knochen. Wie nur haben die Zellen eine solche technologische Meisterleistung zustande bringen &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/31/die-entstehung-des-metamenschen-ii/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>OK, denkst Du jetzt, vielleicht haben wir es wirklich mit massiven Ver&#228;nderungen auf der Welt zu tun. Aber der Metamensch ist doch ein technologisches Konstrukt, kein Biologisches. All die Maschinen, Stra&#223;en und Geb&#228;ude sind schlie&#223;lich keine organischen Elemente. So scheint es sich bei dieser Transformation um einen v&#246;llig anderen Vorgang zu handeln, als bei den vorangegangenen Evolutionsspr&#252;ngen.</p>
<p>Schau genauer hin. Biologie und Technologie sind sich &#228;hnlicher, als man denkt. Viele Lebensformen haben ebenfalls anorganische Bestandteile, etwa die Panzerung einer Schildkr&#246;te oder Muschel. Aber auch Z&#228;hne, Haare, Fingern&#228;gel und Knochen. Wie nur haben die Zellen eine solche technologische Meisterleistung zustande bringen k&#246;nnen? Ohne statisch ausgekl&#252;gelte Knochenger&#252;ste ist die Existenz von S&#228;ugetieren gar nicht denkbar, geschweige denn die von tonnenschweren Tieren, wie Elefanten oder Dinosaurier.</p>
<p>Die moderne Forschung bezieht inzwischen so viele ihrer Ideen aus der Beobachtung der Natur, dass daraus ein eigener Wissenschaftszweig wurde, die Bionik. Wer h&#228;tte gedacht, dass ausgerechnet ein Tiefseeschwamm aus Glas &#8220;ein Lehrbuchbeispiel f&#252;r Ingenieurwesen&#8221; sein k&#246;nnte <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,364617,00.html">[*]</a>. Die Biochemikern <a href="http://www.seas.harvard.edu/directory/jaiz">Joanna Aizenberg</a> von der <a href="http://aizenberglab.seas.harvard.edu/">Havard  School of Engineering and Applied Sciences</a>, &#8220;eine der f&#252;hrenden Materialwissenschaftlerinnen der Welt&#8221;, sagt dazu: &#8220;Wenn wir versuchen w&#252;rden, eine maximal belastbare Struktur mit minimalem Materialverbrauch zu entwerfen, dann s&#228;he sie genauso aus&#8221;. Angesichts der wenigen Materialien, die in der Tiefsee zur Verf&#252;gung stehen (insbesondere Sand), schuf der Schwamm nicht nur eine Faserverbundstruktur, die st&#228;rker als unser Panzerglas und dabei viel leichter, biegsam und feiner strukturiert ist, sondern &#8220;die mechanisch tragf&#228;higste Konstruktion, die Ingenieure je kennengelernt haben&#8221; <abbr title="Sendung: Biomimikry auf Arte vom 11.03.2011">[*]</abbr>. Er vereint maximale Stabilit&#228;t mit Ultraleichtbau. &#8220;Sein vielleicht wichtigstes Geheimnis hat der Tiefseeschwamm allerdings nicht preisgegeben: wie es einem doch recht primitiven Organismus gelingt, eine derart komplexe Konstruktion &#252;berhaupt zu erschaffen&#8221; <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,364617,00.html">[*]</a>, deren Nachbau bis heute nicht gelungen ist.</p>
<p>&#8220;Gerade wenn Entwickler vor schier unl&#246;sbaren Problemen stehen, hilft der Blick in die Trickkiste der Natur. Sie hat Konzepte parat, die scheinbar Unm&#246;gliches m&#246;glich machen: Geckos, die kopf&#252;ber an der Decke entlang spazieren, K&#228;fer, die Br&#228;nde wahrnehmen, bevor sie ausgebrochen sind, K&#252;chenschaben, deren Panzer den Absturz aus gro&#223;er H&#246;he &#252;bersteht, und Ratten, die Beton durchnagen k&#246;nnen, ohne dass ihre Z&#228;hne stumpf werden.&#8221; <a href="http://www.wiwo.de/technik-wissen/die-natur-als-erfinder-452550/">[*]</a> Echsen, die &#252;ber Wasser laufen <a href="http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-12/unterschaetztes-tier-jesusechse">[*]</a> und <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,748583,00.html">Spinnenf&#228;den</a>, die fester als Stahl und elastischer als Gummi sind.</p>
<blockquote>
<div>&#8220;Biologisches Leben ist ein Zauberladen, in dem die Regale nie leer sind.&#8221; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kevin_Kelly_(editor)">Kevin Kelly</a> <abbr title="Buch: Der zweite Akt der Sch&#246;pfung (eine der deutschen Ausgaben des Buches “Out of Control“ von 1994), S.477">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Die Geheimnisse der Natur sind wahrlich grenzenlos. Woher wei&#223; ein Samen wie man eine Blume baut? Wieso f&#252;hlen sich M&#228;nnlein und Weiblein voneinander angezogen und sorgen so f&#252;r die fortw&#228;hrende sexuelle Reproduktion? Wie schaffen es Ameisen, meterhohe St&#228;dte mit weitverzweigten Tunnelsystemen mit ausreichend Luft zu versorgen, dass selbst erfahrene Architekten nur ungl&#228;ubig staunen k&#246;nnen? <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&#038;v=z3qz84yqwds#t=2285s">Faszinierend</a>. So gro&#223; ist die Innovationskraft der Natur und so unersch&#246;pflich ihr Reservoir f&#252;r immer neue Erfindungen und Konzepte.</p>
<blockquote>
<div>&#8220;Man hat sich immer von der Natur inspirieren lassen. Ein Mensch w&#228;re nie auf die Idee gekommen zu fliegen, wenn es nicht V&#246;gel g&#228;be.&#8221; <a href="http://www.dfg.de/gefoerderte_projekte/wissenschaftliche_preise/leibniz-preis/2010/fratzl/index.html">Peter Fratzl</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&#038;v=jdy0L7e3J7c#t=14s">[*]</a></div>
</blockquote>
<blockquote>
<div>&#8220;Das Netzwerk des irdischen Lebens geht, wie jedes vielgliedrige Dasein, &#252;ber die Existenz seiner Bestandteile hinaus. Aber dieses gro&#223;artige Leben reicht tiefer und fesselt den gesamten Planeten im Gewebe seines Netzwerks und bindet auch die nichtlebendige Matrix aus Stein und Gas in seine koevolution&#228;ren Possen ein.&#8221; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kevin_Kelly_(editor)">Kevin Kelly</a> <abbr title="Buch: Der zweite Akt der Sch&#246;pfung (eine der deutschen Ausgaben des Buches “Out of Control“ von 1994), S.122">[*]</abbr></div>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/31/die-entstehung-des-metamenschen-ii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Entstehung des Metamenschen</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/27/die-entstehung-des-metamenschen/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/27/die-entstehung-des-metamenschen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 13:28:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weisheit der Vielen]]></category>
		<category><![CDATA[emergenz]]></category>
		<category><![CDATA[technikphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[weisheit-der-vielen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1495</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Alles was wir sehen und glauben zu scheinen, ist nur ein Traum in einem Traum.&#8221; Edgar Allan Poe Die Evolution des Lebens auf der Erde verlief nicht immer linear. Vielmehr gab es seltene, pr&#228;gende Ereignisse einer sprunghaften Transformation von besonderer Bedeutung. Nach Gregory Stock gab es in der Erdgeschichte bisher drei solcher Transformationen. Jedes Mal entstand eine h&#246;here Lebensform, die sich auf besondere Weise von allem unterschied, das bisher war. Die niederen Organismen wurden dabei nicht ausgel&#246;scht, sondern bildeten eine Symbiose mit der jeweils h&#246;heren Ebene. Alle Lebewesen existieren weiterhin parallel und bilden gemeinsam eine Gesamthierarchie des Lebens auf der &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/27/die-entstehung-des-metamenschen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<div>&#8220;Alles was wir sehen und glauben zu scheinen, ist nur ein Traum in einem Traum.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Allan_Poe">Edgar Allan Poe</a></div>
</blockquote>
<p>Die Evolution des Lebens auf der Erde verlief nicht immer linear. Vielmehr gab es seltene, pr&#228;gende Ereignisse einer sprunghaften Transformation von besonderer Bedeutung. Nach Gregory Stock gab es in der Erdgeschichte bisher drei solcher Transformationen. Jedes Mal entstand eine h&#246;here Lebensform, die sich auf besondere Weise von allem unterschied, das bisher war. Die niederen Organismen wurden dabei nicht ausgel&#246;scht, sondern bildeten eine Symbiose mit der jeweils h&#246;heren Ebene. Alle Lebewesen existieren weiterhin parallel und bilden gemeinsam eine Gesamthierarchie des Lebens auf der Erde.</p>
<p>Die erste dieser Transformationen war die sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Evolution">chemische Evolution</a>, die Entstehung organischer Molek&#252;le. Vor etwa 3 Milliarden Jahren entstanden so die ersten primitiven Bakterien. Mit der zweiten Transformation, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endosymbiontentheorie">ein eher organisatorischer als chemischer Vorgang</a>, entstanden einzellige Lebewesen mit Zellkern, sogenannte Eukaryoten. Hierbei handelt es sich um eine Lebensform von sehr viel h&#246;herer Vielschichtigkeit und Komplexit&#228;t. &#8220;Eine Zelle ist ein irrsinnig komplexes System&#8221;, wie der Biochemiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Eigen">Manfred Eigen</a> bemerkt <abbr title="Sendung: scobel extra vom 22.08.2011 auf 3SAT">[*]</abbr>. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zelle_(Biologie)#Die_Organellen">Kleine Organe</a> &#252;bernehmen dabei spezielle Funktionen, nicht un&#228;hnlich den Organen eines Menschen. Dieser entstand schlie&#223;lich durch die dritte Transformation. Bestimmte Zellen – nicht alle – hatten sich derart weiterentwickelt, dass sie sich zu einer funktionellen Einheit verbanden. Alle h&#246;heren Lebensformen auf der Erde, Tiere und Pflanzen, sind Vielzeller. Primitivere Lebensformen, wie Einzeller und Bakterien, sind deswegen nicht verschwunden, sondern f&#252;hren ihre Existenz ebenfalls fort. Die gesamte Biomasse der Bakterien auf diesem Planeten ist etwa 2000 Mal gr&#246;&#223;er als die Menschliche. Manchmal leben sie in Symbiose mit den h&#246;heren Lebewesen innerhalb ihrer K&#246;rper. Sie verrichten dabei wichtige Dienste, etwa f&#252;r die Verdauung.</p>
<p>Diese letzte Transformation erlaubte der einzelnen Zelle, sich auf eine ganz bestimmte Funktion zu spezialisieren. Das Zusammenspiel der Zellen im Verbund erweiterte ihre M&#246;glichkeiten weit &#252;ber ihre individuellen F&#228;higkeiten hinaus. Erst durch die Arbeitsteilung sind Zellen in der Lage, komplexe K&#246;rper zu formen. Dabei haben sie ihre Selbst&#228;ndigkeit durch die Spezialisierung weitgehend aufgegeben und sind allein meist nicht mehr lebensf&#228;hig. Der menschliche K&#246;rper beispielsweise besteht aus rund 220 verschiedenen Zell- und Gewebetypen, etwa der Blutzelle, der Leberzelle und der Gehirnzelle.</p>
<blockquote class="dark right">
<div>&#8220;Die Natur liebt es, sich zu verbergen.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heraklit">Heraklit</a></div>
</blockquote>
<p>Die Entstehung eines besonderen Vielzellers, des Homo Sapiens, schuf schlie&#223;lich die Voraussetzung f&#252;r eine neue, eine vierte Transformation auf der Erde. Wiederum haben sich einige h&#246;here Organismen – nicht alle – so weiterentwickelt, dass sie sich zu einer funktionellen Einheit verbinden. Wieder ist eine Spezialisierung der Einzelelemente zu beobachten.</p>
<p>&#8220;Je enger die Menschen miteinander verflochten sind, desto st&#228;rker spezialisieren sie sich – wie die Zellen eines K&#246;rpers. Vor zweihundert Jahren noch lebten die meisten Menschen als Bauern. Heute gibt es Gabelstaplerfahrer, Scheidungsanw&#228;lte und Bohrinseltaucher.&#8221; <abbr title="P.M. Magazin 01/2005, Nicolai Schirawski">[*]</abbr> Heute h&#228;ngt jeder von uns von anderen Menschen ab, die f&#252;r uns das  produzieren, was wir zum Leben brauchen. In der Regel haben wir das, was wir besitzen, benutzen oder essen, nicht selbst hergestellt.</p>
<p>Die Parallelen der Zelle mit dem Menschen als Bausteine einer h&#246;heren Lebensform sind wirklich frappierend. Doch unsere Wahrnehmung bestimmt unser Denken. Die Idee des Superorganismus ist keine Erfindung unserer Zeit. Superorganismen wie der Ameisenstaat oder das Bienenvolk sind schon lange Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Nach objektiven Ma&#223;st&#228;ben spricht nichts dagegen, auch die Menschheit als Superorganismus zu bezeichnen. Doch f&#228;llt es uns schwer, uns selbst als Solchen wahrzunehmen.</p>
<p>&#8220;Die Grundlage jeder Orientierung in der Welt ist unsere Wahrnehmung. Wahrnehmungsprozesse sind die Basis f&#252;r unsere Vorstellung der Welt und auch f&#252;r wissenschaftliche Modelle.&#8221; <abbr title="Sendung: Scobel, 3SAT, 10.03.2011">[*]</abbr>. &#8220;Wie jedes andere Tier, so modelliert der Mensch sich die Welt danach, was seine Sinne und sein Bewusstsein ihm an Einsichten erlaubt&#8221;. &#8220;Die Welt, mein Sohn“, erkl&#228;rt im Aquarium der Vaterfisch seinem Filius, &#8220;ist ein gro&#223;er Kasten voller Wasser&#8221; <abbr title="Buch: Wer bin ich und wenn ja, wie viele, S.27, 28">[*]</abbr>. So richtet sich unser Weltbild an der Ebene der menschlichen Wahrnehmungsf&#228;higkeit aus und die Idee eines menschlichen Superorganismus scheint absurd.</p>
<blockquote class="dark right">
<div>&#8220;Du darfst niemals vergessen: Deine Wahrnehmung bestimmt deine Realit&#228;t.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Figuren_aus_Star_Wars#Qui-Gon_Jinn">Qui-Gon Jinn</a></div>
</blockquote>
<p>Jedoch nicht absurder, als die organischen Zelle und die Evolutionstheorie vor 300 Jahren, bevor sich unsere Wahrnehmung ge&#228;ndert hat, etwa durch die Erfindung des Mikroskops oder die Erforschung der Evolution. Atome existierten bereits, als wir sie noch nicht sehen konnten. Manche Weltbilder, haben sich so tief in unser kollektives Bewusstsein gegraben, dass wir ihre Begrifflichkeiten verinnerlicht haben, obwohl wir l&#228;ngst von ihrer Unrichtigkeit wissen, wie etwa die auf- und untergehende Sonne.</p>
<p>Doch immer wieder hat die Wissenschaft unsere Wahrnehmung von der Welt und auch von uns selbst ver&#228;ndert. Nun sind es vielleicht Satelliten, die unsere Wahrnehmung erneut ver&#228;ndern, diesmal nicht f&#252;r einen Mikroorganismus, sondern einen Makroorganismus.</p>
<blockquote>
<div>&#8220;Es ist absolut m&#246;glich, dass jenseits der Wahrnehmung unserer Sinne ungeahnte Welten verborgen sind.&#8221; Albert Einstein</div>
</blockquote>
<blockquote>
<div>&#8220;The visible world is no longer a reality and the unseen world is no longer a dream.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Butler_Yeats">William Butler Yeats</a>, irischer Dichter und Literaturnobelpreistr&#228;ger (1865-1939)</div>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/27/die-entstehung-des-metamenschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sascha Lobos Apfelkuchen-Prinzip</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/26/sascha-lobos-apfelkuchen-prinzip/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/26/sascha-lobos-apfelkuchen-prinzip/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 09:26:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[demokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1516</guid>
		<description><![CDATA[Sch&#246;ner Artikel von Sascha Lobo, der in wenigen Worten beschreibt, wie die neuen Informationsm&#246;glichkeiten und der zunehmende Tranparenzwunsch sich gegenseitig beeinflussen und im Tandem daf&#252;r sorgen, dass sich die Grenzen zwischen B&#252;rger und staatlichen Institutionen einebenen. Etwas umfangreicher habe ich in dieser Serie versucht zu erl&#228;utern, wie genau dieses Prinzip praktisch f&#252;r jede Demokratisierung in der Geschichte verantwortlich ist. Im Grundsatz ist die heutige Entwicklung nichts anderes als die beschleunigte Fortentwicklung von seit jeher g&#252;ltigen Prinzipien. Doch etwas ist neu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sch&#246;ner <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0%2C1518%2C811007%2C00.html">Artikel</a> von Sascha Lobo, der in wenigen Worten beschreibt, wie die neuen Informationsm&#246;glichkeiten und der zunehmende Tranparenzwunsch sich gegenseitig beeinflussen und im Tandem daf&#252;r sorgen, dass sich die Grenzen zwischen B&#252;rger und staatlichen Institutionen einebenen.</p>
<p>Etwas umfangreicher habe ich in <a href="/2011/12/22/die-kommende-revolution-ist-liberal/">dieser Serie</a> versucht zu erl&#228;utern, wie genau dieses Prinzip praktisch f&#252;r jede Demokratisierung in der Geschichte verantwortlich ist. Im Grundsatz ist die heutige Entwicklung nichts anderes als die beschleunigte Fortentwicklung von seit jeher g&#252;ltigen Prinzipien. Doch etwas ist neu.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/26/sascha-lobos-apfelkuchen-prinzip/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>World Brain II</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/17/world-brain-ii/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/17/world-brain-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 11:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weisheit der Vielen]]></category>
		<category><![CDATA[technikphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[weisheit-der-vielen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1482</guid>
		<description><![CDATA[Eines der weniger bekannten Werke des gro&#223;en Science Fiction Pioniers H. G. Wells war das kleine B&#252;chlein World Brain von 1937. Wells glaubte, dass eine neue Technologie die Produktion und den Zugang zu Informationen revolutionieren w&#252;rde: der Mikrofilm. Seine Vision war eine Weltenzyklop&#228;die. Kein statisches Werk, sondern ein lebendiges, sich st&#228;ndig weiterentwickelndes Gebilde, &#8220;eine Art mentaler Clearingstelle f&#252;r den Geist, ein Lager, in dem Wissen und Ideen eingehen, sortiert, zusammengefasst, verarbeitet, gekl&#228;rt und verglichen werden.&#8221; Ob er seine Vision in Wikipedia wiedererkannt h&#228;tte? Wells bezeichnete dieses Werk als eine Art Gro&#223;hirn f&#252;r die Menschheit. Es repr&#228;sentiere das Ged&#228;chtnis und die &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/17/world-brain-ii/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines der weniger bekannten Werke des gro&#223;en Science Fiction Pioniers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/H._G._Wells">H. G. Wells</a> war das kleine B&#252;chlein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/World_Brain">World Brain</a> von 1937. Wells glaubte, dass eine neue Technologie die Produktion und den Zugang zu Informationen revolutionieren w&#252;rde: der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mikroform">Mikrofilm</a>.</p>
<p>Seine Vision war eine Weltenzyklop&#228;die. Kein statisches Werk, sondern ein lebendiges, sich st&#228;ndig weiterentwickelndes Gebilde, &#8220;eine Art mentaler Clearingstelle f&#252;r den Geist, ein Lager, in dem Wissen und Ideen eingehen, sortiert, zusammengefasst, verarbeitet, gekl&#228;rt und verglichen werden.&#8221; Ob er seine Vision in Wikipedia wiedererkannt h&#228;tte? Wells bezeichnete dieses Werk als eine Art Gro&#223;hirn f&#252;r die Menschheit. Es repr&#228;sentiere das Ged&#228;chtnis und die Wahrnehmung der gegenw&#228;rtigen Realit&#228;t f&#252;r die menschliche Rasse <abbr title="Buch: Die Information, S.452">[*]</abbr>. Ein frustrierter Wikipedia-Vandale soll einmal gesagt haben, auf Wikipedia g&#228;be es eine gigantische Verschw&#246;rung, die versucht, die Artikel mit der Realit&#228;t in &#220;bereinstimmung zu halten <abbr title="Buch: Die Information, S.417">[*]</abbr>. Wells‘ Enzyklop&#228;die war keine Zentralinstitution, sondern ein Netzwerk:</p>
<blockquote><div>&#8220;There is no practical obstacle whatsoever now to the creation of an efficient index to all human knowledge, ideas and achievements, to the creation, that is, of a complete planetary memory for all mankind. It foreshadows a real intellectual unification of our race. The whole human memory can be, and probably in a short time will be, made accessible to every individual… it need not be concentrated in a one single place. It need not be vulnerable as a human head or a human heart is vulnerable. It can be reproduced exactly and fully, in Peru, China, Iceland, Central Africa, or wherever else&#8230;. It can have at once, the concentration of a craniate animal and the diffused vitality of an amoeba.&#8221;</div>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/17/world-brain-ii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>World Brain</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/14/world-brain/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/14/world-brain/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 11:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weisheit der Vielen]]></category>
		<category><![CDATA[technikphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[weisheit-der-vielen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1476</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Ist es eine Tatsache – oder habe ich es getr&#228;umt – dass die Welt der Materie durch die Mittel der Elektrizit&#228;t zu einem gro&#223;en Nervenstrang wurde, der &#252;ber tausende Meilen in einem atemlosen Augenblick vibriert? Der runde Globus ist ein riesiger Kopf, ein Gehirn, ein Instinkt mit Intelligenz! Oder sollten wir sagen, er ist selbst blo&#223; ein Gedanke, nichts als ein Gedanke, und nicht die Substanz f&#252;r die wir ihn hielten.&#8221; Nathaniel Hawthorne amerikanischer Schriftsteller (1804-1864) [*] Als Hawthorne das schrieb, begann Amerika gerade mit dem Aufbau des Telegrafennetzes. Ein Quantensprung, der die Phantasien befl&#252;gelte, wie keine andere Technik zuvor. &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/14/world-brain/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><div>&#8220;Ist es eine Tatsache – oder habe ich es getr&#228;umt – dass die Welt der Materie durch die Mittel der Elektrizit&#228;t zu einem gro&#223;en Nervenstrang wurde, der &#252;ber tausende Meilen in einem atemlosen Augenblick vibriert? Der runde Globus ist ein riesiger Kopf, ein Gehirn, ein Instinkt mit Intelligenz! Oder sollten wir sagen, er ist selbst blo&#223; ein Gedanke, nichts als ein Gedanke, und nicht die Substanz f&#252;r die wir ihn hielten.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nathaniel_Hawthorne">Nathaniel Hawthorne</a> amerikanischer Schriftsteller (1804-1864) <abbr title="Buch: The Information, S.125">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Als Hawthorne das schrieb, begann Amerika gerade mit dem Aufbau des Telegrafennetzes. Ein Quantensprung, der die Phantasien befl&#252;gelte, wie keine andere Technik zuvor. War man es doch seit Jahrtausenden gewohnt, dass sich Informationen nicht schneller bewegten, als mit der Geschwindigkeit eines Pferdes.</p>
<p>Es sollte noch hundert Jahre dauern, bis <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan">Marshall McLuhan</a> den Begriff des globalen Dorfes pr&#228;gte:</p>
<blockquote><div>&#8220;Today, after more than a century of electric technology, we have extended our central nervous system itself in a global embrace, abolishing both space and time as far as our planet is concerned. Rapidly, we approach the final phase of the extensions of man – the technological simulation of consciousness, when the creative process of knowing will be collectively and corporately extended to the whole of human society.&#8221; <abbr title="Buch: Understanding Media, S.3">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Bei der Geburt besitzt der Mensch bereits alle Gehirnzellen, die er jemals haben wird. Im Verlauf seines Lebens kommt nicht eine einzige Zelle hinzu. Es sieht so aus, als w&#228;re die Kapazit&#228;t des Gehirns bereits auf Lebenszeit festgeschrieben. Aber dann, in den ersten Lebensjahren, passiert etwas Faszinierendes. Die Zellen verbinden sich. Erst durch die Verbindung der Zellen entsteht das, was wir Intelligenz nennen. Es ist die Vernetzung, nicht die Anzahl der Zellen, die f&#252;r die Leistungsf&#228;higkeit des Gehirns entscheidend ist. Das Aufbauen neuer Verbindungen, entspricht der F&#228;higkeit neue Eindr&#252;cke zu verarbeiten. Wir lernen. St&#228;ndig entstehen neue Verbindungen. Oft Genutzte verst&#228;rken sich, Ungenutzte bauen sich wieder ab. Gerade in den ersten Lebensjahren ist die Dynamik dieser Vorg&#228;nge besonders ausgepr&#228;gt. Doch sie kommt nie zum Erliegen. Jede Gehirnzelle eines Neugeborenen ist mit etwa 1000 anderen Zellen verbunden. Bei einem Erwachsenen sind es bis zu einer Viertelmillion. Die Verbindungen unterliegen keiner erkennbaren Ordnung. Sie sind nicht hierarchisch oder folgen einer festen Struktur. Sie entstehen spontan und chaotisch. In diesem scheinbaren Chaos sind sie in der Lage, diese unglaubliche Intelligenz des menschlichen Gehirns zu formen, wieder und wieder.</p>
<blockquote><div>&#8220;Es ist nicht die Menge an Wissen, die ein Gehirn ausmacht. Es ist nicht einmal die Verteilung von Wissen. Es ist die Vernetzung.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/James_Gleick">James Gleick</a> <abbr title="Buch: Die Information, S.452">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Es sieht so aus, als hat die Welt gerade erst so richtig begonnen, sich zu vernetzen und m&#246;glicherweise sind wir ihre Gehirnzellen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/14/world-brain/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Papa, was ist eine Abwrackpr&#228;mie?</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/papa-was-ist-eine-abwrackpramie/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/papa-was-ist-eine-abwrackpramie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 08:18:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marktwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[marktwirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1460</guid>
		<description><![CDATA[Warnhinweis: der folgende Beitrag ist nicht f&#252;r Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren geeignet. Es droht eine nachhaltige Besch&#228;digung des noch in der Pr&#228;gephase befindlichen Wertegef&#252;ges!! Eine Anekdote &#252;ber den amerikanischen &#214;konomen Milton Friedman geht so. Bei einem Besuch in China besichtigt er eine staatliche Baustelle und beobachtet die Bauarbeiter, wie sie eine Baugrube mit Schaufeln ausheben. Friedman fragt seinen chinesischen Gastgeber: &#8220;Warum benutzen sie Schaufeln? Warum keinen Bagger?&#8221; Der Chinese sagt: &#8220;Oh, wenn wir das tun w&#252;rden, verl&#246;ren wir all die Arbeitspl&#228;tze.&#8221; Worauf Friedman erwidert: &#8220;Ach so, sie wollen Arbeitspl&#228;tze schaffen. Ich dachte, Sie wollen ein Haus bauen. Aber &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/papa-was-ist-eine-abwrackpramie/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong style="color:#EE0000">Warnhinweis: der folgende Beitrag ist nicht f&#252;r Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren geeignet. Es droht eine nachhaltige Besch&#228;digung des noch in der Pr&#228;gephase befindlichen Wertegef&#252;ges!!</strong></p>
<p>Eine Anekdote &#252;ber den amerikanischen &#214;konomen Milton Friedman geht so. Bei einem Besuch in China besichtigt er eine staatliche Baustelle und beobachtet die Bauarbeiter, wie sie eine Baugrube mit Schaufeln ausheben. Friedman fragt seinen chinesischen Gastgeber: &#8220;Warum benutzen sie Schaufeln? Warum keinen Bagger?&#8221; Der Chinese sagt: &#8220;Oh, wenn wir das tun w&#252;rden, verl&#246;ren wir all die Arbeitspl&#228;tze.&#8221; Worauf Friedman erwidert: &#8220;Ach so, sie wollen Arbeitspl&#228;tze schaffen. Ich dachte, Sie wollen ein Haus bauen. Aber wenn sie Arbeitspl&#228;tze schaffen wollen, warum nehmen Sie ihnen nicht die Schaufeln weg und geben ihnen stattdessen L&#246;ffel?&#8221;</p>
<p>Lustig, oder?</p>
<p>Eine Anekdote &#252;ber einen Besch&#228;ftigten der deutschen Automobilindustrie geht so. Fragt der Sohn: &#8220;Papa, was ist eine Abwrackpr&#228;mie?&#8221; Sagt der Vater: &#8220;Wei&#223;t du, fr&#252;her haben wir gearbeitet, um Autos zu bauen. Heute bauen wir Autos um Arbeit zu haben. Und wenn wir genug Autos haben, machen wir welche kaputt, damit wir wieder neue bauen k&#246;nnen.&#8221;</p>
<p>Aber die eigentliche Pointe kommt erst jetzt. &#220;ber das Ergebnis dieser Ma&#223;nahme, die Erhaltung der Arbeitspl&#228;tze in der Automobilindustrie, war man im Ausland derart begeistert, dass dieses Modell Nachahmer auf der ganzen Welt fand.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/papa-was-ist-eine-abwrackpramie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was ist Geld?</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/was-ist-geld/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/was-ist-geld/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 08:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kapitalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1451</guid>
		<description><![CDATA[Walter Eucken, der als einer der V&#228;ter der sozialen Marktwirtschaft gilt, beschrieb 1939 in seinem Standardwerk, &#8220;Die Grundlagen der National&#246;konomie&#8221;, &#8220;drei reine Geldsysteme&#8221;: a) Ein Sachgut wird zu Geld b) Geld entsteht bei Lieferung einer Ware oder Leistung von Arbeit als Gegenleistung c) Kreditgeber schaffen Geld Reinhard Deutsch meinte dazu mal: &#8220;In diesen simplen S&#228;tzen steckt Wissen und Erfahrung vieler Philosophen, Wissenschaftler und Banker aus vielen Jahrhunderten und ich m&#246;chte mal behaupten, wer sich die M&#252;he macht, dieses Ger&#252;st zu verstehen, ist auch in der Lage das Geldr&#228;tsel f&#252;r sich selbst zu l&#246;sen.&#8221; Genau das ist der Punkt. Es bleibt &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/was-ist-geld/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Eucken">Walter Eucken</a>, der als einer der V&#228;ter der sozialen Marktwirtschaft gilt, beschrieb 1939 in seinem <a href="http://books.google.de/books?id=_rzQk8O3eBUC&#038;printsec=frontcover&#038;dq=die+grundlagen+der+National%C3%B6konomie&#038;hl=de&#038;sa=X&#038;ei=SPQNT_qMMoLitQauweXXBA&#038;ved=0CDsQ6AEwAA#v=onepage&#038;q=die%20grundlagen%20der%20National%C3%B6konomie&#038;f=false">Standardwerk</a>, &#8220;Die Grundlagen der National&#246;konomie&#8221;, &#8220;drei reine Geldsysteme&#8221;:</p>
<p>a) Ein Sachgut wird zu Geld<br />
b) Geld entsteht bei Lieferung einer Ware oder Leistung von Arbeit als Gegenleistung<br />
c) Kreditgeber schaffen Geld</p>
<p>Reinhard Deutsch meinte dazu mal: &#8220;In diesen simplen S&#228;tzen steckt Wissen und Erfahrung vieler Philosophen, Wissenschaftler und Banker aus vielen Jahrhunderten und ich m&#246;chte mal behaupten, wer sich die M&#252;he macht, dieses Ger&#252;st zu verstehen, ist auch in der Lage das Geldr&#228;tsel f&#252;r sich selbst zu l&#246;sen.&#8221;</p>
<p>Genau das ist der Punkt. Es bleibt einem einfach nichts anderes &#252;brig, als sich selbst ein Bild zu machen. Nicht zuletzt weil die Antwort auf die Frage &#8220;Was kann ich wissen&#8221; noch keine Antwort auf &#8220;was soll ich tun&#8221; darstellt und zu einem nicht unerheblichen Teil vom pers&#246;nlichen Weltbild und den Demokratievorstellungen abh&#228;ngt. Wenn man diese 3 Arten der Geldentstehung verstanden hat und sie auch eindeutig voneinander unterscheiden kann, hat man ein Ger&#252;st, um eigene klare Gedanken dar&#252;ber zu fassen. Es gibt hier keine Abk&#252;rzung.</p>
<p>a) ist eine beliebiges Tauschmittel, Weizen, Kaurimuscheln, Zigaretten, Gold, Silber, etc. Man nennt das Warengeld. Warengeld ist immer auch um seiner selbst willen begehrt, nicht nur wegen des Tauschwertes.</p>
<p>b) ist eine Schuldverschreibung. Wenn ich in der Kneipe anschreiben lasse, hat der Wirt einen Deckel von mir, der als Schuldschein fungiert. Er hat mir eine Leistung erbracht, ich aber noch keine Gegenleistung, daher bekommt er den Deckel. Dieser Schuldschein kann eventuell auch als Zahlungsmittel verwendet werden. Vielleicht kann der Wirt seine Br&#246;tchen beim B&#228;cker mit dem Deckel bezahlen und ich muss meine Schulden jetzt beim B&#228;cker begleichen. Hier haben wir es mit Schuldgeld zu tun. Man sieht sofort das Problem und den wesentlichen Unterschied zwischen Warengeld und Schuldgeld. Schuldgeld ist immer mit einer Schuldnerbonit&#228;t, also mit einem Risiko behaftet.</p>
<p>Hier f&#228;ngt die Verwirrung schon an. Die Leute behaupten gerne, diese beiden Geldarten seien ja gleicherma&#223;en von Vertrauen abh&#228;ngig. Aber mit einem Mindestma&#223; an gesundem Menschenverstand sieht man sofort, dass es sich hier nur um Verwirrungstaktik handelt. Denn nat&#252;rlich muss ich bei beiden Geldarten darauf vertrauen, dass ich mir auch morgen noch etwas davon kaufen kann. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Beim Schuldgeld handelt es sich immer nur um ein Versprechen auf eine Leistung. Der Schuldner kann sich auch weigern, weil er z.B. die Zahlungsunf&#228;higkeit erkl&#228;rt. Wer auch immer mit dem Schuldgeld in Ber&#252;hrung kommt, muss die Bonit&#228;t des Schuldners und das Ausfallrisiko beurteilen, bevor er das Geld annimmt. Beim Warengeld hingegen wurde die Leistung bereits erbracht. Weizen wurde bereits geerntet. Kaurimuscheln gesammelt, Gold und Silber abgebaut. Es handelt sich nicht um ein Versprechen auf die Zukunft, sondern ich halte den versprochenen Wert bereits in der Hand.</p>
<p>Man spricht bei Warengeld auch von gedecktem Geld. Den Zahlungsverkehr kann ich auch elektronisch oder &#252;ber eine Banknote abwickeln, aber immer repr&#228;sentiert diese Banknote einen echten Wert, der irgendwo hinterlegt ist. Daher handelt es sich bei Warengeld auch nicht um einen Anachronismus, wie von Vielen immer wieder behauptet. Es ist eine grunds&#228;tzlich andere Form von Geld und hat daher auch grunds&#228;tzlich andere Eigenschaften als Schuldgeld. Hin und wieder kursieren Vorstellungen, man k&#246;nnte ja einfach alternative W&#228;hrungen durch ein St&#252;ck Software und elektronische Verzeichnisse und Zahlungssysteme einf&#252;hren. Bis ich Bitcoins kennengelernt habe, hielt ich das immer f&#252;r Unsinn. Wer meinen Ausf&#252;hrungen bis hierhin gefolgt ist, wird keine Schwierigkeiten haben, festzustellen, dass es sich bei Bitcoins tats&#228;chlich um elektronisches Warengeld handelt. Bitcoins sind vom Charakter her nicht blo&#223; ein Versprechen auf die Zukunft, sondern es wurde bereits die entsprechende Leistung erbracht. In Anlehnung an Gold und Silber spricht man beim Erzeugen eines Bitcoins daher auch von &#8220;Mining&#8221;.</p>
<p>Erst wenn man das unterschiedliche Wesen dieser beiden Geldarten verstanden hat, kann man sich fundiert mit c) auseinandersetzen. Leider fehlt mir im Augenblick die Zeit und es w&#252;rde auch den Rahmen eines einzelnen Beitrags sprengen. Um die Funktion des heutigen Kreditgeldsystems zu verstehen, muss man die Geschichte und Ideologien untersuchen, durch die es zustande gekommen ist und durch die es gerechtfertigt wird. Das ist ein anderes Thema, das ich irgendwann mal versuche, in einem anderen Beitrag darzustellen.</p>
<p>Wichtig ist zun&#228;chst, dass es sich bei dem durch Kredit gesch&#246;pften Geld immer auch um eine Form von Schuldgeld handelt. Eines der Probleme ist, dass es das Kreditgeld in den vielf&#228;ltigsten Variationen und Kombinationen gibt. Zum Beispiel kann man Kreditgeld sowohl auf Basis von Warengeld als auch auf Basis von Schuldgeld herausgeben. Bis 1972 hat man sich M&#252;he gegeben, zumindest den Anschein zu erwecken, dass es sich bei dem von der Zentralbank herausgegebenen Geld um Warengeld handelt. Weil man aber &#252;ber einen langen Zeitraum mehr Geld herausgab, als man Deckung besa&#223;, ist man irgendwann komplett dazu &#252;bergegangen, es so darzustellen, als best&#252;nde die Deckung des Zentralbankgeldes auf a) den Kreditsicherheiten und b) der Wirtschaftsleistung des Volkes, was eine ziemlich geschickte Irref&#252;hrung ist. Denn wenn man den Unterschied zwischen Warengeld und Schuldgeld wirklich einmal verstanden hat, sieht man sofort, dass man zwar versuchen kann, sich die Sache sch&#246;n zu reden, aber wir haben es hier nicht mehr mit Warengeld zu tun, sondern mit Schuldgeld, denn die Kreditsicherheiten sind mit einer Bonit&#228;t und einem Kreditausfallrisiko versehen. Aus einem echten Warengeld ist so ganz allm&#228;hlich ein diffuses Versprechen auf die Zukunft geworden.</p>
<p>Die Realit&#228;t ist noch verworrener. Es werden verschiedene Schuldgeld- und Kreditgeld-Ebenen &#252;bereinander gestapelt und weil man bereits ganz am Beginn der Kette Risiko und Haftung getrennt hat, bleibt einem gar nichts anderes &#252;brig, als die Haftungsrisiken der Allgemeinheit aufzub&#252;rden Warengeld gibt es seit 1972 gar nicht mehr. Es vermisst auch keiner, weil ja die Allgemeinheit f&#252;r das Schuldgeld haftet und es f&#252;r den einzelnen daher gar keinen Unterschied macht und nicht vom Warengeld zu unterscheiden ist. Bis&#8230;</p>
<p>Viele sagen, seit 1972 sind wir Teil des gr&#246;&#223;ten Geldexperiments aller Zeiten und es geht bald zu Ende. Man sollte allerdings nicht die Kreativit&#228;t der Politik untersch&#228;tzen. Doch eins steht fest: mit den ruhigen Zeiten ist es f&#252;r immer vorbei. Dieser durch die Trennung von Risiko und Haftung verursachte Konflikt ist nicht aufl&#246;sbar und wird in Zeiten zunehmender Demokratisierung immer wieder an die Oberfl&#228;che kommen.</p>
<p>Fortsetzung folgt&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/12/was-ist-geld/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Evolution und Zukunft der Demokratie (Teil 8)</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/10/evolution-und-zukunft-der-demokratie-8/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/10/evolution-und-zukunft-der-demokratie-8/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 08:48:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=654</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Demokratie muss einge&#252;bt werden.&#8221; Joachim Gauck Jede Machtverschiebung hat ihre eigenen Herausforderungen. Auch Demokratie muss gelernt werden. Demokratie braucht Bildung. Die Menschen ver&#228;ndern ihre Verhaltensweisen nicht von einem Tag auf den anderen. Wenn man daran gew&#246;hnt ist, von den Aufsehern angeleitet zu werden, kann ihr pl&#246;tzliches Verschwinden durchaus zu Zusammenbr&#252;chen von Infrastruktur und Versorgung f&#252;hren. Man muss Selbstorganisation erst einmal lernen und verstehen, was die Aufseher dort oben &#252;berhaupt gemacht haben. Die Menschen m&#252;ssen erst noch realisieren, was es bedeutet, dass sie nun selbst &#252;ber die Mauern schauen k&#246;nnen. Doch wir k&#246;nnen nicht warten, bis auch der letzte Regierungsbeamte verstanden &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/10/evolution-und-zukunft-der-demokratie-8/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="dark"><div>&#8220;Demokratie muss einge&#252;bt werden.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gauck">Joachim Gauck</a></div>
</blockquote>
<p>Jede Machtverschiebung hat ihre eigenen Herausforderungen. <strong>Auch Demokratie muss gelernt werden</strong>. Demokratie braucht Bildung. Die Menschen ver&#228;ndern ihre Verhaltensweisen nicht von einem Tag auf den anderen. Wenn man daran gew&#246;hnt ist, von den Aufsehern angeleitet zu werden, kann ihr pl&#246;tzliches Verschwinden durchaus zu Zusammenbr&#252;chen von Infrastruktur und Versorgung f&#252;hren. Man muss Selbstorganisation erst einmal lernen und verstehen, was die Aufseher dort oben &#252;berhaupt gemacht haben.</p>
<p>Die Menschen m&#252;ssen erst noch realisieren, was es bedeutet, dass sie nun selbst &#252;ber die Mauern schauen k&#246;nnen. Doch wir k&#246;nnen nicht warten, bis auch der letzte Regierungsbeamte verstanden hat, worum es geht. <strong>Wir m&#252;ssen uns etwas zutrauen</strong>. Auch die Leute auf den Plattformen m&#252;ssen erst noch verstehen, dass sich ihre Aufgabe &#228;ndert. In einer sich weiterentwickelnden Demokratie ist es Teil ihrer Aufgaben, sich selbst &#252;berfl&#252;ssig zu machen. Leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie das freiwillig tun, &#228;u&#223;erst gering.</p>
<blockquote><div>&#8220;Moderne Revolutionen sind zivilgesellschaftliche Revolutionen.&#8221; <a href="http://www.netzpolitik.org/2011/revolutionen-auf-der-republica-country-internet-awesome/">Ludger Schadomsky</a></div>
</blockquote>
<p>Die Mauern der Welt sind nicht alle gleich hoch und die Menschen nicht alle gleich gro&#223;. <strong>Demokratie ist die Evolution des Prinzips &#214;ffentlichkeit</strong>, mit all seinen technischen, institutionellen, vor allem aber kulturellen Begleitumst&#228;nden.</p>
<blockquote><div>&#8220;Demokratie muss man lernen. Demokratie muss den Autokratien abgerungen werden. In Demokratien muss es eine relativ engagierte und auch gebildete Bev&#246;lkerung geben… Und vor allem geh&#246;rt zu Demokratie, wie wir sie verstehen, ein hohes Ma&#223; an Rechtsstaatlichkeit, an Grund- und Freiheitsrechten, Gewaltenteilung, eine weitgef&#228;cherte Medienlandschaft und eine B&#252;rgergesellschaft. Das alles braucht relativ lange Zeit.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otfried_H%C3%B6ffe">Otfried H&#246;ffe</a> <abbr title="Sendung Scobel in 3SAT vom 21.10.2010">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Wie sehr Demokratie immer auch ein Lernprozess der gesamten Bev&#246;lkerung ist, lie&#223; sich auch gut am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arabischer_Fr%C3%BChling">Arabischen Fr&#252;hling</a> beobachten.</p>
<p>Man sollte sich h&#252;ten vor der Vorstellung, eine Verfassung wie das deutsche Grundgesetz k&#246;nnte einfach in anderen L&#228;ndern “installiert“ werden, so wie es sich einige &#228;gyptische Revolution&#228;re vorstellten. Das Grundgesetz repr&#228;sentiert in besonderem Ma&#223;e die demokratische Kultur der Deutschen und ist mit ihnen verwachsen. <strong>Demokratie ist kein Zustand, sondern ein kultureller Weg, den jedes Volk f&#252;r sich selbst finden und gehen muss</strong>. Ganz sicher haben auch wir noch nicht das Ende dieses Weges gesehen. M&#246;glicherweise werden k&#252;nftige Generationen f&#252;r unser heutiges System den Begriff Demokratie gar nicht mehr f&#252;r angemessen halten.</p>
<p>Um sich klarzumachen, welcher Weg noch vor uns liegen k&#246;nnte, sollte man ab und zu auf die letzten Schritte zur&#252;ckschauen. Auch wenn wir andere L&#228;nder f&#252;r Menschenrechtsverletzungen kritisieren, war das Erlernen von Toleranz und Gleichberechtigung auch bei uns ein m&#252;hsamer Prozess. Die Schweizer, deren Demokratiemodell heute vielen als Vorbild dient, wurden einst verlacht, weil sie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenstimmrecht_in_der_Schweiz">bis 1971 kein Frauenwahlrecht</a> kannten (die Appenzeller sogar bis 1990). Doch wir Deutsche sa&#223;en selbst im Glashaus. Noch 1957 galt in Deutschland der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gehorsamsparagraph">Gehorsamsparagraph</a> f&#252;r die Ehefrau. Erst seit 1969 gilt eine verheiratete Frau als gesch&#228;ftsf&#228;hig und darf ihr Verm&#246;gen selbst verwalten. Seit 1977 ist die Frau nicht mehr in erster Linie der Haushaltsf&#252;hrung verpflichtet und darf ohne Zustimmung des Ehemannes einen Arbeitsvertrag unterschreiben. Und bis 1997 war die Vergewaltigung in der Ehe keine Straftat, sondern das gute Recht des Mannes.</p>
<p>Die Grenze zwischen einer Demokratie und einem autorit&#228;ren Staat kann in der Tat verschwommen sein. Auch bei uns fand sich so mancher der einstigen Nazikader auch nach dem Krieg noch <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bericht-ueber-ns-vergangenheit-deutscher-politiker-zu-viel-undemokratisches-personal-1.1242602">als hoher Regierungsbeamter</a> wieder. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Notstandsgesetze">Aus vielerlei Gr&#252;nden</a> gab es nicht wenige, die den deutschen Repr&#228;sentanten ihre Legitimation absprachen oder sich gar zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Armee_Fraktion">bewaffneten Widerstand</a> berufen f&#252;hlten.</p>
<p>Bei allen Parallelen lassen sich die Erfahrungen der demokratisierenden Kraft des Internets im arabischen Fr&#252;hling sicher nicht so einfach auf deutsche Verh&#228;ltnisse &#252;bertragen. &#214;ffentlichkeit funktioniert bei uns anders, ganz einfach, weil wir bereits weiter sehen k&#246;nnen. Vielleicht sind die Araber heute tats&#228;chlich noch in einem st&#228;rkeren Ma&#223;e auf Aussichtsplattformen angewiesen, als es bei uns der Fall ist.</p>
<p>Auch Richard von Weiz&#228;cker bemerkte 1992 in einem Interview <abbr title="Buch: Richard von Weiz&#228;cker im Gespr&#228;ch, S.30">[*]</abbr>, dass die Entwicklung vom reinen Ordnungsstaat zu einer demokratischen B&#252;rgergesellschaft immer eine Allm&#228;hliche ist.</p>
<p>Der unnachahmliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sascha_Lobo">Sascha Lobo</a> dr&#252;ckt die Abh&#228;ngigkeit von Demokratie zu Kultur <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,783458,00.html">so</a> aus: Das Grundgesetz w&#228;re &#8220;nur ein St&#252;ck Papier, wenn nicht etwas ganz Wesentliches dazuk&#228;me: Eine Gesellschaft funktioniert nur &#252;ber die Einsicht, bestimmte Dinge freiwillig nicht zu tun &#8211; unabh&#228;ngig von gesetzlichen Verboten und staatlicher Kontrolle… Wenn auf einem bepflanzten Mittelstreifen die Blumen nicht massenweise abgerissen werden, dann liegt das kaum an der Furcht, daf&#252;r ins Gef&#228;ngnis zu wandern… Diese Vorstellung mag sich sehr naiv anh&#246;ren. Sie ist nicht viel naiver als in ein Gesetz hoffnungsvoll hineinzuschreiben: Die W&#252;rde des Menschen ist unantastbar.&#8221;</p>
<p>Beim ehemaligen Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof klingt das etwas f&#246;rmlicher: &#8220;Die freiheitliche Staatsverfassung wird nur in Hochkulturen gelingen, in denen die Menschen dank innerer Bindung zur Freiheit bereit und kraft ihrer Ausbildung und Bildung zur Freiheit f&#228;hig sind&#8221; <abbr title="Buch: Das Gesetz der Hydra, S.47">[*]</abbr>. &#8220;Die Hochkultur des Verfassungsstaates beginnt, wenn der Staat sich nicht mehr im Staatsvertrag, sondern in seinem kulturell gewachsenen Recht legitimiert&#8221; <abbr title="Buch: Das Gesetz der Hydra, S.128">[*]</abbr>.</p>
<p>Einen hab ich noch: &#8220;<strong>Auch die besten Strukturen funktionieren nur, wenn in einer Gemeinschaft &#220;berzeugungen lebendig sind, die die Menschen zu einer freien Zustimmung zur gemeinschaftlichen Ordnung motivieren k&#246;nnen. Freiheit braucht &#220;berzeugung</strong>&#8220;. Papst Benedikt XVI <a href="http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20071130_spe-salvi_ge.html">[*]</a></p>
<p>Sie alle meinen dasselbe.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/10/evolution-und-zukunft-der-demokratie-8/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Evolution und Zukunft der Demokratie (Teil 7)</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/09/evolution-und-zukunft-der-demokratie-7/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/09/evolution-und-zukunft-der-demokratie-7/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 13:30:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=644</guid>
		<description><![CDATA[Doch die Parteien verweigern sich dieser Entwicklung. Eine schweigende Mehrheit des Volkes hat sich von den Parteien abgewandt, weil diese sich vom Volk entfernt haben. Die Parteien bilden die Vielfalt der Bed&#252;rfnisse des Volkes einfach nicht mehr ab. Wo man sich fr&#252;her einer organisierten Gro&#223;gruppe anschlie&#223;en musste, um seiner Stimme Ausdruck zu verleihen, kann heute jeder seine Interessen selbst wahrnehmen – solange er nicht von einem veralteten Rechtsrahmen daran gehindert wird. &#8220;Die gro&#223;e gesellschaftliche Pr&#228;gemaschine hat [den Einzelnen] aus ihren metallischen Pressbacken entlassen. Niemand besitzt mehr eine Vetomacht &#252;ber das Leben der Anderen. Endlich wird das Leben zur Chefsache.&#8221; Gabor &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/09/evolution-und-zukunft-der-demokratie-7/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Doch die Parteien verweigern sich dieser Entwicklung. Eine schweigende Mehrheit des Volkes hat sich von den Parteien abgewandt, weil diese sich vom Volk entfernt haben. Die Parteien bilden die Vielfalt der Bed&#252;rfnisse des Volkes einfach nicht mehr ab. Wo man sich fr&#252;her einer organisierten Gro&#223;gruppe anschlie&#223;en musste, um seiner Stimme Ausdruck zu verleihen, kann heute jeder seine Interessen selbst wahrnehmen – solange er nicht von einem veralteten Rechtsrahmen daran gehindert wird.</p>
<blockquote><div>&#8220;Die gro&#223;e gesellschaftliche Pr&#228;gemaschine hat [den Einzelnen] aus ihren metallischen Pressbacken entlassen. Niemand besitzt mehr eine Vetomacht &#252;ber das Leben der Anderen. Endlich wird das Leben zur Chefsache.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabor_Steingart">Gabor Steingart</a> <abbr title="Buch: Das Ende der Normalit&#228;t, S.13">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Dieser Rechtsrahmen ist in weiten Teilen darauf ausgerichtet, den politischen Autorit&#228;ten die Steuerung der Menschen &#252;ber Massenorganisationen und Institutionen zu erm&#246;glichen. Kein Wunder, dass es ihnen dabei so leicht f&#228;llt, die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander auszuspielen.</p>
<p>Doch der &#8220;Prozess politischer Meinungsbildung hat dank Internet eine Komplexit&#228;t erreicht, der politische Institutionen wie Parteien, Parlamente und Regierungen nicht mehr gerecht werden k&#246;nnen&#8221; <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-05/internet-proteste-demokratie">[*]</a>.</p>
<blockquote><div>&#8220;Die Sanktionsinstrumente, mit deren Hilfe die alten M&#228;chte einst die Normierung der Gesellschaft durchsetzen konnten, stehen nicht mehr zur Verf&#252;gung… Die Schwerter in den H&#228;nden der alten M&#228;chte sind stumpf geworden. Den alten Eliten fehlt die F&#228;higkeit, Andersartigkeiten unterdr&#252;cken zu k&#246;nnen.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabor_Steingart">Gabor Steingart</a> <abbr title="Buch: Das Ende der Normalit&#228;t, S.14">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Das muss kein Ungl&#252;ck sein. In ihrer jetzigen Form werden die Parteien einfach nicht mehr ben&#246;tigt.</p>
<blockquote><div>&#8220;Eine Welt der ungez&#228;hlten Wirklichkeiten ist entstanden, Der Einzelne hat nicht nur die M&#246;glichkeit, sich von anderen radikal zu unterscheiden, er nutzt sie auch.<br />
&#8230;<br />
Nat&#252;rlich schlummerten auch schon fr&#252;her Millionen von W&#252;nschen und Sehns&#252;chten in der Gesellschaft, doch es waren W&#252;nsche, die nicht ausgelebt wurden. Eine Betonplatte aus Normen, Traditionen, Gewohnheiten und Erwartungen, Erlassen und Diktaten, Stupidit&#228;ten und Borniertheiten lag &#252;ber ihnen. Diese Betonplatte wurde in j&#252;ngster Zeit gesprengt<br />
&#8230;<br />
Der Einzelne kann aufbl&#252;hen wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabor_Steingart">Gabor Steingart</a> <abbr title="Buch: Das Ende der Normalit&#228;t, S.11, S.14, S.24">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Denn:</p>
<blockquote class="dark"><div>&#8220;Zum ersten Mal in der Geschichte, [sind] die Werkzeuge f&#252;r globale Kooperation nicht mehr ausschlie&#223;lich in den H&#228;nden von Regierungen und Institutionen.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clay_Shirky">Clay Shirky</a> <abbr title="Buch: Here comes Everybody, Buchumschlag">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Die H&#246;he der Schutzw&#228;lle, die die Institutionen um sich errichten, variiert von &#8220;Politische Klasse&#8221; bis &#8220;korruptes Regime&#8221; und h&#228;ngt mehr als alles andere von der St&#228;rke der B&#252;rger ab. Je st&#228;rker wir werden, je weiter wir &#252;ber die Mauern schauen k&#246;nnen, desto mehr k&#246;nnen wir sehen und desto schneller k&#246;nnen wir uns auch spontan organisieren und zusammenschlie&#223;en, ohne dabei auf traditionelle Institutionen zur&#252;ckgreifen zu m&#252;ssen.</p>
<p>&#8220;Kommend aus Untertanenstaat, Adelsherrlichkeit und Gottesgnadentum, weitergereist in Industrialismus und b&#252;rgerlichen Kollektivismus, ist die Gesellschaft nun erneut auf Wanderschaft&#8221; <abbr title="Buch: Das Ende der Normalit&#228;t, S.16">[*]</abbr>. Aber &#8220;der gro&#223;e historische Konflikt zwischen Individualismus und Kollektivismus&#8221; (von Mises) ist keinesfalls beendet. Im Gewand veralteter Institutionen b&#228;umt sich der Kollektivismus noch einmal auf. Doch irgendwann wird er erkennen m&#252;ssen, dass die Koordination menschlicher Aktivit&#228;ten unter diesen neuen Voraussetzungen wesentlich intelligenter gestaltet werden kann. <strong>Die Spielregeln &#228;ndern sich fundamental</strong>. &#8220;&#220;berall werden Hierarchien von unten her in Frage gestellt oder wandeln sich selbst in horizontalere, kooperativere, flachere Strukturen.&#8221; So Thomas Friedman <abbr title="Buch: Die Welt ist flach, S.66">[*]</abbr></p>
<p>Wirklich verbl&#252;fft ist man immer wieder von der Visionskraft <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan">Marshall McLuhans</a>. 1964 schrieb er:</p>
<blockquote><div>&#8220;Lack of homogeneity in speed of information movement creates diversity of patterns in organization. It is quite predictable, then, that any new mean of moving information will alter any power structure whatever.<br />
&#8230;<br />
For new speed and power are never compatible with existing spatial and social arrangements.<br />
&#8230;<br />
All meaning alters with acceleration, because all patterns of personal and political interdependence change with any acceleration of information.<br />
&#8230;<br />
As the speed of information increases, the tendency is for politics to move away from representation and delegation of constituents toward immediate involvement of the entire community in the central acts of decision. Slower speeds of information make delegation and representation mandatory… When the electric speed is introduced into such delegated and representational organization, this obsolescent organization can only be made to function by a series of subterfuges and makeshifts. These strike some observers as base betrayals of the original aims and purposes of the established forms.&#8221; <abbr title="Buch: Understanding Media, 1964, S.99 , S.109, S.216, S.221">[*]</abbr></div>
</blockquote>
<p>Um das vorhandene Verbesserungspotential zu nutzen, m&#252;ssen die Aufseher etwas von ihrer Kontrolle abgeben. Doch die F&#252;rsten – &#228;hm – die gew&#228;hlten Volksvertreter werden bem&#252;ht sein, ihre Privilegien und die alten Spielregeln aufrechtzuerhalten, wann immer es irgendwie geht. Oft eben durch &#8220;Ausreden, T&#228;uschungen und Notl&#246;sungen&#8221; wie McLuhan bemerkt. Hin und wieder mag das sogar gerechtfertigt sein. Nicht alle Spielregeln werden mit einem Schlag hinf&#228;llig. So wird man immer die Bem&#252;hungen um einen &#8220;geordneten &#220;bergang&#8221; betonen. Aber die Richtung des Ver&#228;nderungsprozesses ist eindeutig. Die Macht verschiebt sich von den Aufsehern zum Volke.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/09/evolution-und-zukunft-der-demokratie-7/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Evolution und Zukunft der Demokratie (Teil 6)</title>
		<link>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/06/evolution-und-zukunft-der-demokratie-6/</link>
		<comments>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/06/evolution-und-zukunft-der-demokratie-6/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 12:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nous</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.einfach-demokratie.de/?p=1082</guid>
		<description><![CDATA[Doch nun passiert etwas, mit dem keiner da oben gerechnet hat und das die Dinge f&#252;r immer ver&#228;ndert. Die k&#246;rperliche Gr&#246;&#223;e der Menschen im Labyrinth nahm &#252;ber die Generationen hinweg kontinuierlich zu, bis sie eines Tages selbst &#252;ber die Mauer schauen konnten. Thomas Friedman hat das genau anders herum formuliert, als er sagte: Die Welt wird flach. &#8220;Fr&#252;her konnten die Herrscher darauf bauen, dass Mauern, Berge und T&#228;ler ihrer Bev&#246;lkerung die Sicht verstellten und sie im Unklaren dar&#252;ber lie&#223;en, wo sie im Vergleich zu anderen standen. Man konnte nur bis zum n&#228;chsten Dorf sehen. Doch je flacher die Welt wird, &#8230; <a class="more-link" href="http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/06/evolution-und-zukunft-der-demokratie-6/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Doch nun passiert etwas, mit dem keiner da oben gerechnet hat und das die Dinge f&#252;r immer ver&#228;ndert</strong>. Die k&#246;rperliche Gr&#246;&#223;e der Menschen im Labyrinth nahm &#252;ber die Generationen hinweg kontinuierlich zu, bis sie eines Tages selbst &#252;ber die Mauer schauen konnten. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_L._Friedman">Thomas Friedman</a> hat das genau anders herum formuliert, als er sagte: <a href="http://www.amazon.de/Die-Welt-ist-flach-Jahrhunderts/dp/3518418378/">Die Welt wird flach</a>. &#8220;Fr&#252;her konnten die Herrscher darauf bauen, dass Mauern, Berge und T&#228;ler ihrer Bev&#246;lkerung die Sicht verstellten und sie im Unklaren dar&#252;ber lie&#223;en, wo sie im Vergleich zu anderen standen. Man konnte nur bis zum n&#228;chsten Dorf sehen. Doch je flacher die Welt wird, desto mehr weitet sich der Blick.&#8221; <abbr title="Buch: Die Welt ist flach, S.590">[*]</abbr></p>
<p>Bei den alten Griechen wohnten die G&#246;tter auf dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Olymp">Olymp</a>, einem dreitausend Meter hohen Gebirgsmassiv im Norden Griechenlands. &#8220;Fr&#252;her verdankte die Elite ihre Macht dem Privileg der &#220;bersicht. Der K&#246;nig, der Hohepriester, der Feldherr auf dem H&#252;gel: Sie regierten, weil sie alle sahen, ohne selber gesehen zu werden&#8230; <strong>Macht ist eine Ordnung der Sichtbarkeitsverh&#228;ltnisse</strong>.&#8221; <a href="http://www.zeit.de/2010/43/CH-Internet">[*]</a></p>
<blockquote class="right dark"><div>&#8220;Wir erleben gerade einen zweiten Mauerfall.&#8221; <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/debattenbeitrag-anke-domscheit-berg-die-angst-vor-zu-viel-transparenz-1.1119102">Anke Domscheit-Berg</a></div>
</blockquote>
<p>Die Menschen k&#246;nnen noch immer nicht so weit sehen, wie die Aufseher auf ihren Plattformen. &#8220;Das Internet leuchtet heller als alles zuvor, aber es ist immer noch eine Funzel&#8221; <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,796779,00.html">[*]</a>. Doch heute sehen sie Dinge, die ihnen zuvor verborgen blieben. Es handelt sich nicht nur um eine Sicht auf die politisch Verantwortlichen, sondern um eine Sicht auf die wahren Lebensverh&#228;ltnisse der anderen Menschen (das ist der entscheidende Unterschied zwischen der OpenData-Philosophie und echten Crowdsourcing-Projekten). Die Politik verliert ihre Deutungshoheit. Daraus entwickelt sich ein unwiderstehliches Bed&#252;rfnis mitzureden. Je mehr man sieht, desto st&#228;rker dieses Bed&#252;rfnis. Wird den Menschen diese Mitsprache dauerhaft verwehrt, werden sie irgendwann ungeduldig und gereizt reagieren.</p>
<p>Das l&#228;sst sich an der zunehmenden Politikverdrossenheit beobachten. Doch &#8220;dass das Volk die Figuren der politischen Klasse nicht ausstehen kann, hei&#223;t keineswegs, dass ihnen das Gemeinwesen wurscht ist&#8221; <abbr title="Buch: Die verbl&#246;dete Republik, S.43, Thomas Wieczorek">[*]</abbr>. <strong>Die B&#252;rger verlieren nicht etwa das Interesse am Gemeinwohl, sondern die Geduld mit den Institutionen</strong>. Der Politikwissenschaftler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Leggewie">Claus Leggewie</a> <a href="http://www.bpb.de/files/MG4WJ9.pdf">diagnostiziert</a> &#8220;nicht pauschale Politikverdrossenheit, sondern Unzufriedenheit mit den politischen Formen.&#8221;</p>
<p>Die Ungeduld steigert sich ins Unermessliche, nicht nur weil die B&#252;rger selbst immer mehr sehen k&#246;nnen, sondern weil die alten Institutionen mit den neuen Gegebenheiten und der Ver&#228;nderungsgeschwindigkeit zunehmend &#252;berfordert sind. Diese &#220;berforderung findet auf offener B&#252;hne statt und jeder kann sie sehen. Manchmal f&#252;hlt es sich an, als &#252;berragen wir die Mauern schon um zwei K&#246;pfe und die Institutionen wollen einfach nicht darauf reagieren. Das Wort des Jahres 1992 war Politikverdrossenheit. 2010 war es Wutb&#252;rger.</p>
<p>Das franz&#246;sische Anarcho-Manifest <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_kommende_Aufstand">Der kommende Aufstand</a> nennt das “die Erfahrung sich versch&#228;rfender Ohnmacht angesichts der unbelehrbaren Arroganz der Macht“ und erg&#228;nzt: “Man muss blind sein, um das rein Politische nicht zu sehen, das in dieser entschlossenen Verneinung der Politik steckt“.</p>
<blockquote class="right"><div>&#8220;Ihr werdet euch noch w&#252;nschen, wir w&#228;ren politikverdrossen.&#8221; <a href="http://twitter.com/#!/343max/status/2228357957">Von Max Winde</a> erfundenes <a href="http://www.google.de/search?q=Ihr+werdet+euch+noch+w%C3%BCnschen%2C+wir+w%C3%A4ren+politikverdrossen">Netzaktivistenmotto</a></div>
</blockquote>
<p>Die Volksvertreter sollten sich &#8220;von der eigenn&#252;tzigen Propagandal&#252;ge verabschieden, die blo&#223;e Stimmabgabe h&#228;tte irgendetwas mit Demokratie zu tun und sie w&#252;ssten ja ohnehin besser als der B&#252;rger selbst, was gut f&#252;r ihn ist&#8221; <abbr title="Buch: Die verbl&#246;dete Republik, S.295">[*]</abbr>.</p>
<p><strong>Demokratisierung ist ein Prozess, bei dem sich die Grenzen zwischen Staat und Gesellschaft allm&#228;hlich einebnen</strong>. Dabei verlieren die Autorit&#228;ten kontinuierlich an Bedeutung und die Institutionen m&#252;ssen sich anpassen. Die Ver&#228;nderungen haben sich in einem Ma&#223;e beschleunigt, dass wir uns heute an einem neuerlichen Geschichtspunkt der Demokratieentwicklung befinden. <strong>Wir betreten Neuland</strong>.</p>
<blockquote><div>&#8220;Our electric extensions of ourselves simply by-pass space and time, and create problems of human involvement and organization for which there is no precedent.&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan">Marshall McLuhan</a> <abbr title="Buch: Understanding Media, 1964, S.114">[*]</abbr></div>
</blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.einfach-demokratie.de/2012/01/06/evolution-und-zukunft-der-demokratie-6/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

<!-- Performance optimized by W3 Total Cache. Learn more: http://www.w3-edge.com/wordpress-plugins/

Page Caching using disk: enhanced
Database Caching using disk: basic
Object Caching 977/979 objects using disk: basic

Served from: www.einfach-demokratie.de @ 2012-02-23 07:38:38 -->
